Frühlingsfest

Die Vielfalt Japans an einem Tag

Kampfkunst, Kostüme und Köstlichkeiten auf dem japanischen Frühlingsfest 2024

Wenige Minuten vor neun Uhr am Morgen des 12. Mai und schon herrscht reges Treiben am Botanischen Garten in Augsburg. Die ersten Gäste des 17. Japanischen Frühlingsfestes, veranstaltet von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Schwaben e.V., stehen bereits Schlange, begierig darauf, das Festgelände zu betreten. Parallel dazu ist auch am Mitarbeitereingang viel los: Ausstellende und Aufführende treffen ein, um allen einen unvergesslichen Tag zu bereiten. „Es ist wie jedes Jahr stressig, aber das wird alles“, erklärt Kaori Sailer, Assistenz der Geschäftsführung, während sie die Autos überprüft und Mitarbeiterausweise verteilt. Seit Monaten wird im Hintergrund geplant und organisiert und auch heute am Veranstaltungstag sind über 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vor Ort, um die Zelte aufzubauen, an den Ständen auszuhelfen oder die Kostüm-Einlasskontrolle zu übernehmen.

Pünktlich um 10 Uhr beginnt das japanische Frühlingsfest offiziell. Das markiert auch den Start des neuen FastLane-Systems, einer Online-Ticketoption, die es Gästen durch den Erwerb eines Online-Vorverkaufstickets ermöglicht, die Warteschlangen an der Tageskasse zu umgehen. Das Angebot war ein voller Erfolg: Alle Karten waren bereits Tage vor der Veranstaltung ausverkauft und man hörte, das seien die am besten investierten Euros im ganzen Jahr.

Auf dem Festgelände angekommen, eröffnet sich den Besucherinnen und Besuchern eine Welt voller japanischer Kultur: von Bonsai- und Schwert-Ausstellungen bis hin zu musikalischen Darbietungen auf der Shakuhachi (Bambusflöte) oder beeindruckenden Vorführungen japanischer Kampfkünste. Neben dem kulturellen Programm gibt es zahlreiche Mitmach-Angebote, darunter Origami, Kalligrafie, Mini-Sprachkurse und ein Haiku-Wettbewerb. Viele kaufen sich gleich am Anfang ein kleines Andenken, wie ein Furoshiki (japanisches Tuch), Selbstgenähtes aus Kimonostoffen oder eine Teekanne. Für ein richtiges Japangefühl sorgte die Kimonogruppe Temari, welche die Gäste in einen traditionellen Yukata einkleidete – der Moment für Erinnerungsfotos! Wer danach hungrig ist, wird schnell fündig: „Wir haben dieses Jahr vor allem das Gastroangebot ausgebaut“, berichtet Rainer Völlmerk, Geschäftsführer der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. „Es gibt wirklich für jeden etwas, von Curry Rice über Reisbällchen bis hin zu Mochi, japanischem Streetfood, Sake, Tee und Matcha – und natürlich die mittlerweile schon fast berühmten Dorayaki, die japanischen Pfannkuchen mit leckeren Füllungen! Außerdem wurden bei der Planung die Stände neu arrangiert – um die Gästemassen etwas zu entzerren.“

Unsere DJG-Fotografinnen waren für Sie unterwegs und haben das Frühlingsfest eingefangen. Hier ist eine kleine Auswahl an Eindrücken – eine große Bildergalerie wird es Ende Mai hier auf der Homepage geben.

Das japanische Frühlingsfest ist nämlich mittlerweile kein Geheimtipp mehr, sondern über Augsburger Grenzen hinweg sehr bekannt. Es dauert nicht lang und die Kapazitätsgrenze des Botanischen Gartens ist erreicht – Einlassstop! Währenddessen findet im Rosenpavillon die offizielle Eröffnung des Frühlingsfests statt. Unter der Moderation von Alex Woldrich von Radio Fantasy wird das Sake-Fass feierlich aufgeschlagen. Die Ehrengäste Rainer Erben (Umweltreferent Stadt Augsburg), Martina Bauer (3. Bürgermeisterin Stadtbergen) und Kenichi Bessho (Generalkonsul München) begrüßen dabei zusammen mit dem Präsidenten der DJG in Augsburg und Schwaben e.V., Dr. Wolfgang Bockhold, die Gäste und stoßen gemeinsam an.

Es geht fließend weiter mit verschiedenen Programmpunkten, unter anderem die Shinwa-Taiko-Gruppe, die wieder mit rhythmischen Trommelklängen die Gäste begeistert oder der Chor Tomouta, der die Besucherinnen und Besucher eine halbe Stunde lang in die Welt der japanischen Musik entführt. Eine Augenweide sind natürlich die Vorführungen des DanceCenter No1, das klassisches Ballett mit japanischen Klängen verbindet und anmutige Choreografien dazu vorführt.

Ein Teil aus der modernen Kultur Japans darf auf keinen Fall fehlen: Cosplay! Viele Gäste erscheinen auf dem japanischen Frühlingsfest in bunten Kostümen – oft sogar selbstgemacht – und schlüpfen für einen Tag in die Rolle ihrer Lieblingscharaktere. Der Cosplay-Stand wird dabei in gewohnter Manier von Julia aka Snowfoxcosplay betreut. Sie managt auch den krönenden Abschluss des Rosenpavillon-Programms: den Cosplay-Catwalk. Es ist schon ein besonderes Gefühl, seinen Charakter den zahlreichen Augen und Kameras zu präsentieren, um abschließend eine finale Pose einzunehmen und den Applaus zu genießen. „Auch dieses Jahr konnte ich wieder nicht alle Anmeldungen für unseren Catwalk annehmen“, so Snowfoxcosplay. „Aber die Gäste können gerne jederzeit die Cosplayer ansprechen und um ein Foto bitten – das ist das größte Lob für uns!“

Zwar ist um 17 Uhr das offizielle Ende angedacht, doch der Andrang ist so groß, dass der Abbau erst mal nach hinten verschoben wird. Viele Stände sind aber schon lange leer, die Vorräte und Andenken sind aufgebraucht – vor allem die Getränke, denn das Wetter am Muttertag war strahlend und sonnig warm den ganzen Tag über. Auch Rainer Völlmerk strahlt am Ende: „Das japanische Frühlingsfest war auch dieses Jahr wieder ein großer Erfolg! Wir hoffen, dass wir heute allen Gästen Japan ein Stück näherbringen konnten – und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!“

Hier gibt es vom japanischen Frühlingsfest einen kleinen Videorückblick auf Instagram.

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