Austausch erleben

Die Yamaoka Stiftung zu Gast in Augsburg: Antrieb für den deutsch-japanischen Austausch

Am 17. September 2026 durfte unsere Deutsch-Japanische Gesellschaft ganz besondere Gäste in Augsburg begrüßen: eine Delegation der Yamaoka-Gedenkstiftung. Die Stiftung ist eng mit der Geschichte der Beziehungen zwischen Augsburg und Japan verbunden, denn ihr Ursprung führt zu Magokichi Yamaoka, dem Gründer von YANMAR. Bei einem Deutschlandbesuch im Jahr 1932 lernte Yamaoka die deutsche Dieseltechnologie kennen, die ihn dazu inspirierte, den weltweit ersten Kleindieselmotor zu entwickeln. Seine Verbundenheit mit Deutschland und insbesondere mit Augsburg blieb bestehen: 1957 schenkte er der Stadt den Rudolf-Diesel-Gedächtnishain im Wittelsbacher Park. Auch die Städtepartnerschaften Augsburgs mit Nagahama und Amagasaki, die 1959 geschlossen wurden, gehen auf seine Initiative zurück. Diese tiefe Verbindung wird heute von der Yamaoka-Gedenkstiftung weitergeführt. Sie fördert unter anderem Projekte aus Wissenschaft, Forschung und Kultur und bringt Menschen aus Deutschland und Japan miteinander in Kontakt. 

Wir haben uns daher sehr gefreut, einige Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung bei ihrem Besuch in Augsburg persönlich kennenzulernen. Bei Schweinshaxe, Backhendl und Kaiserschmarrn im Feinkost Kahn verbrachten wir einen gemütlichen Abend mit vielen Gesprächen und noch mehr Gelächter. Besonders spannend war mitunter auch die Verständigung. Zwar sprachen einige Vertreter:innen beider Seiten die jeweils andere Sprache, aber eben nicht alle. Wenn es also sprachlich nicht mehr weiterging, wurden Handys gezückt, Übersetzungsprogramme geöffnet und zur Not auch Hände, Füße und Mimik eingesetzt. Das funktionierte richtig gut und motivierte ganz nebenbei dazu, sich künftig beim Japanischlernen noch etwas mehr reinzuknien. 

Durch die Gespräche erfuhren wir, dass die Vertreter:innen aus den verschiedensten Regionen Japans kommen und wirtschaftlich mit der Firma YANMAR verbunden sind. Besonders schön fanden wir, dass einer unserer Gäste aus Amagasaki stammt und die Reise vor allem deshalb gemacht hat, weil Augsburg eines der Ziele war. Schon in der Schule hatte er von der Städtepartnerschaft gehört und sich deshalb sehr darauf gefreut, die Stadt nun endlich selbst kennenzulernen. 

Unsere Gäste wiederum waren begeistert davon, dass von unserer Seite so viele junge Menschen am gemeinsamen Abendessen teilnahmen, denn gerade deren Austausch liegt der Stiftung sehr am Herzen. Da die Delegation zuvor auch den Botanischen Garten besucht hatte, kamen wir natürlich auf unser jährliches Japanisches Frühlingsfest zu sprechen. Für ungläubiges Staunen sorgte dabei vor allem die Menge an Anko, die wir jedes Jahr für unsere beliebten Dorayaki einkochen. Da lag es nahe, dem deutsch-japanischen Austausch neuen Antrieb zu verleihen: Kurzerhand lud unser Präsident Wolfgang Bockhold die Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung zu unserem nächsten Japanischen Frühlingsfest in Augsburg ein. Über ein Wiedersehen würden wir uns sehr freuen.