Siebold-Gesellschaft im Februar 2017

Liebe Mitglieder, liebe Japanfreunde,

 

ein Zwölftel des neuen Jahre ist schon wieder vergangen, und so wird eine neue Sonderausstellung im Siebold-Museum gezeigt und ein Vortrag präsentiert werden, dessen Aussage in Fachkreisen als Sensation empfunden werden wird.

Schrift–Sprache–Zeichen: ein didaktisch-visuelles Experiment zwischen Japanisch, Deutsch und anderen Sprachen

Auf Japanisch heißen Schriftzeichen Moji (文字). Während das zweite Zeichen ji (字 ) für Schrift steht, trägt das erste Zeichen bun () die Bedeutung »Satz (Text)« in sich. Das Zeichen bun () in Verbindung mit dem Kanji ka () wird zu Kultur bunka (文化).

Schriftzeichen sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Wir nutzen sie, um Informationen, Sachverhalte, Gedanken und Gefühle zu erfassen, zu ordnen, zu erkennen und um diese unabhängig von Zeit und Ort an andere zu übermitteln oder von anderen zu empfangen. Doch Schrift ist manchmal eine schwer zu überwindende Barriere. Der Zauber des Geschriebenen offenbart sich nur denen, die in die jeweilige Sprache und Kultur eingeweiht sind.

In ihrer Ausstellung wagt die deutsch-japanische Typografin Mariko Takagi ein ernstes Spiel auf zwei Ebenen: Einerseits führt sie die Besucher mit didaktisch-visuellen Mitteln in die Systematik der japanischen Schrift ein, immer mit einem Bezug zur Alphabetschrift. Andererseits experimentiert Takagi mit Sprache und mit den grafischen Eigenschaften der Zeichen. An verschiedenen Stationen gibt sie den Besuchern spielerisch etwas an die Hand und nimmt sie mit auf eine Reise zwischen Japanisch, Deutsch, Englisch und ein wenig Chinesisch.

 

Die Künstlerin Mariko Takagi vermittelt zwischen den (Schrift-) Kulturen, wobei Typographie der gemeinsame Nenner ist. Takagi ist Typographin, Buchgestalterin und Autorin zahlreicher Bücher zur japanischen Kultur. Seit 2008 befasst sie sich mit der Erforschung der japanischen und chinesischen Typographie. Ihre Doktorarbeit an der HBK Braunschweig widmete sie der visuellen Begegnung zwischen dem Westen und Japan. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Darstellung der Schriftsysteme und der Typographie.

Frau Takagi unterrichtete und forschte als Professorin für Typographie und Buchgestaltung in Hong Kong an der Academy of Visual Arts, Hong Kong Baptist University von 2010 bis 2016. Im April 2017 wird sie ihre Tätigkeit in Kyoto weiterführen.

 

Die Ausstellung im Siebold-Museum wird vom 11. Februar 2017 bis zum 31. März 2017 zu sehen sein. Die Vernissage findet am 11.02.2017 um 17:00 Uhr statt.

Matthi Forrer: Sechs neu zugewiesene Bilder des Hokusai

Viele sehen in Katsushika Hokusai (1760 – 1849) einen der besten Künstler der Welt. Sein Holzdruck „Die große Welle vor Kanagawa“ aus dem Zyklus „36 Ansichten des Fuji“ ist in das Bildgedächtnis der Menschheit eingegangen.

Professor Matthi Forrer ist ein ausgewiesener Kenner des Werks von Hokusai in Europa.

Als Kurator beschäftigte er sich im Völkerkundemuseums in Leiden intensiv mit der dortigen Siebold-Sammlung. Durch Quellenstudien auf Burg Brandenstein ist er zu der Überzeugung gelangt, daß sechs Bilder, die sich in der Siebold-Sammlung in Leiden befinden, Hokusai zuzuschreiben sind. Herr Forrer wird seine Ableitung vorstellen und Fotos der neu zugeschriebenen Bilder präsentieren. Der Vortrag, den er in Japan zur 10. Siebold-Konferenz in Nagasaki gehalten hat, galt in Japan als Sensation.

Um so mehr freut es uns, Herrn Forrer gewonnen zu haben, in Würzburg seine Überlegung ein weiteres Mal vorzutragen.

Der Vortrag findet am 6. Februar 2017 um 19:00 im Siebold-Museum statt.

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Andreas Mettenleiter: Der Lemgoer Arzt Engelbert Kaempfer in Japan - ein früher Siebold?

In den Jahren 1690 bis 1692 war der naturwissenschaftlich und kulturhistorisch interessierte Lemgoer Arzt Engelbert Kaempfer (1651-1716) als Faktoreiarzt in Nagasaki tätig. Wie Siebold gelang es ihm, sich mithilfe japanischer Freunde Kenntnisse über das damals weitgehend verschlossene Land zu verschaffen und Gegenstände in Japan zu erwerben, die er nach Europa mitbrachte. Siebold schätzte seinen Vorgänger und Landsmann außerordentlich: Daran erinnert noch heute ein Gedenkstein im Garten der ehemaligen holländischen Niederlassung in Nagasaki. Der Vortrag zeichnet Kaempfers Leben und Wirken nach und versucht, Unterschiede und Parallelen zum Würzburger Philipp Franz von Siebold (1796-1866) aufzuzeigen.

Dr. med. Andreas Mettenleiter hat an der Universität Würzburg Humanmedizin und Geisteswissenschaften studiert.

Siebold-Museum Würzburg, 9. März 2017, 19:00 Uhr. Buchung über die VHS Würzburg, Kursnummer 13124sg, 10 Euro Gebühr.

Konzert im Siebold-Museum

Yoga-Lounge

Andreas Loh wird im Rahmen der Yoga-Lounge im Siebold-Museum auftreten. Seinen Vortrag läßt er umschreiben mit: „Bezaubernde Melodien im Stil von Ludovico Einaudi treffen auf die Intensität eines Keith Jarrett."

Das Konzert findet am Samstag den 18. Februar 2017 um 20:00 Uhr statt. Im Vorverkauf kosten die Karten 15 (http://my-yogalounge.de), an der Abendkasse 20 Euro.

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